Studie zu Alternativtexten Teils klare und teils subjektive Anforderungen

Collage aus 30 Einzelbildern mit Text: "Was ist wichtig???"

Im letzten Herbst hat Sarah Kitza, Studentin an der TU Dortmund, Screenreadernutzer dazu aufgerufen, sich an einer Umfrage zur Gestaltung von Alternativtexten zu beteiligen. Hintergrund war ihre Masterarbeit, in der sie untersuchen sollte, inwieweit Alternativtexte für Grafiken automatisch eingesetzt werden können. Dabei sollten die Bedürfnisse blinder Nutzer besonders berücksichtigt werden. Das Ergebnis ist eine Pflichtlektüre für jeden Online-Redakteur.

Die Masterarbeit mit dem Titel „Gestaltung von Alternativtexten – eine empirische Studie aus Nutzerinnen- und Nutzersicht“ steht als PDF-Datei zum Download zur Verfügung. Dabei wurde diese Version um einige Inhalte im Anhang gekürzt.

Sarah hat die wesentlichen Einflussfaktoren bei der Wahl eines Alternativtextes ausgearbeitet und nicht nur eine kurzweilige Darstellung der theoretischen Hintergründe etwa der Wahrnehmung und der Objektivität präsentiert, sondern anhand der Umfrage konkrete Handlungsempfehlungen für die Formulierung von Alternativtexten abgeleitet. Mittelpunkt der Arbeit sind die Ergebnisse der Online-Umfrage, an der über 200 Screenreadernutzer teilgenommen haben. Im Kern wurden die Nutzer gefragt, welche Informationen im Alternativtext berücksichtigt werden sollen. Dabei wurden Szenarien beschrieben und die Antworten als Multiple-Choice vorgegeben. Für manche Fragen gab es eindeutige Antworten, während für manche Bilder bzw. Bildgattungen keine klare Empfehlung abgeleitet werden konnte.

Die Problematik bei der Formulierung von Alternativtexten ist weder neu noch trivial. Das kann beispielsweise an den voneinander abweichenden Formulierungsempfehlungen im Tutorium beim W3C und in den Umfrageergebnissen von WebAIM festgestellt werden. Auch nach der Studie muss man feststellen, dass es in den allermeisten Fällen keinen „richtigen“ Alternativtext gibt. Alternativtexte müssen sorgfältig und in Abhängigkeit des Kontextes, in dem Grafiken eingesetzt werden, formuliert werden. Die Masterarbeit liefert dazu Kriterien.

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