Entwürfe für ARIA 1.1 Noch mehr Unterstützung für barrierefreie Webanwendungen

Schriftzug: W3C, Aria 1.1 und "Accessible Rich Internet Applications"

Noch haben die Browser die Spezifikation für Accessible Rich Internet Applications (ARIA) 1.0 nicht vollständig implementiert, aber die Arbeit an ARIA 1.1 schreitet voran. Jetzt ist ein Entwurf eines Dokuments vom W3C veröffentlicht worden, dass Webentwicklern den Einsatz von ARIA 1.1 erleichtert. Das Dokument beschreibt die Tastaturbedienung und viele andere wichtige Aspekte von barrierefreien Widgets.

Der Entwurf der neuen ARIA-Spezifikation ist in erster Linie an Browserhersteller gerichtet. Darin wird beschrieben, wie Browser bestimmte Attribute an den Accessibility-Trees des Browser übertragen. Allerdings müssen die Attribute auf Webseiten richtig eingesetzt werden; diese Informationen sind zwar dort angegeben, aber sie bedürfen weiterer Erklärung.

ARIA 1.1 beschreibt Rollen, Zustände und Eigenschaften, die typischerweise in dynamischen Anwendungen benötigt werden. Obwohl die Anwendungen seit Jahren online zu finden sind, fehlte es an geeigneten Möglichkeiten, Daten über solche Komponenten auch an Hilfsmittel wie Screenreader zu übertragen. Mit den ARIA-Attributen wird es Webentwicklern ermöglicht, Attribute in ihren Widgets zu vergeben, so dass Browser den Accessibility-Tree mit den erforderlichen Informationen befüllen können. So können Screenreader eine Reiternavigation identifizieren, Statusmeldungen sofort lesen oder Drag and Drop-Operationen ausführen.

Die Entwürfe für die neue ARIA-Spezifikation sowie für die vermutlich wichtigeren Core Accessibility API Mappings sind normalerweise nicht ganz so interessant für die Webentwicklung. Anders sieht es bei dem Entwurf für die neuen authoring practices aus. Das Dokument erklärt wie typische Widgets barrierefrei umgesetzt werden können, etwa wie die Tastatursteuerung bereitzustellen ist oder welche Rollen, Zustände und Eigenschaften für bestimmte Widgets (z.B. Akkordeon oder Modalfenster) erforderlich sind. Darüber hinaus gibt es weitere Ausführungen zur Beschriftung von Komponenten, wie der Fokus gesteuert werden sollte oder was bei Formularen zu beachten ist. Das Dokument ist derzeit noch nicht vollständig; außerdem ist es in Englisch verfasst.

Eine Einführung in ARIA biete ich auf meiner Website. Weil ARIA in gewisser Weise eine Ergänzungstechnik für HTML und SVG ist und nur im Bedarfsfall eingesetzt werden sollte, möchte ich Sie auch auf meine Präsentation zu HTML und ARIA auf dem Webkongress Erlangen 2014 hinweisen.
Der erste Beitrag erklärt, wie ARIA funktioniert, und der zweite Beitrag beschreibt die Herangehensweise beim Einsatz der ARIA-Attribute.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.