Die Einkaufshilfe Ein bislang guter Service lässt leider nach

Lebensmittel-Supermarkt mit Regalen und einem Einkaufswagen

Seit Jahren kaufe ich im REWE-Markt an der Dortmunder Möllerbrücke ein. Zum einen liegt er nicht einmal drei Minuten Fußweg von meiner Wohnung entfernt und zum anderen bietet er eine Einkaufshilfe an. Das hat eigentlich immer gut geklappt.

Einkaufen ist so eine Sache, wenn man blind ist. Alleine in den Supermarkt zu gehen, um den wöchentlichen Einkauf zu erledigen, ist nicht besonders effektiv. Abgesehen von Umräumungen und – je nach Tageszeit – vielen anderen Kunden ist es beispielsweise recht umständlich, eine Dose Tomatensuppe von einer Dose Hühnersuppe zu unterscheiden.

Alternativen gibt es schon

Es gibt spezielle Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte, die als Einkaufshilfe dienen. Da wären Produkterkennungsgeräte, die den Strichcode auf der Verpackung auswerten. Selbstverständlich gibt es auch Apps für iOS und Android. Bislang habe ich aber dafür keinen echten Bedarf bei mir festgestellt. Vor allem fehlt mir wohl die Geduld – ich könnte eine Reihe Dosen oder andere Verpackungen entlang laufen, das Gerät dran halten und den Strichcode suchen, aber das geht ehrlich gesagt nur in meinem Vorratsschrank und nicht im Supermarkt.

Einkaufen für den täglichen Bedarf geht auch mit einer Bestellung. Vor einigen Jahren hatte ich das mit einem Edeka-Laden über mehrere Monate per Telefon probiert. Das Ergebnis war mäßig. Bei 20 bestellten Produkten waren immer mindestens fünf falsch, und damit meine ich nicht, dass ich mal eine Suppentüte von Maggi statt Knorr bekommen habe, sondern dass ich anstatt einer Suppentüte eine Packung Kaffee bekommen habe. Online habe ich das noch nicht ernsthaft ausprobiert – das ist entweder an der mangelnden Barrierefreiheit oder an der durchaus schwierigen Situation, einen Überblick der Produkte unter Verwendung eines Screenreaders zu schaffen, gescheitert.

Der Einkauf ist alltäglich

Üblicherweise ist mein wöchentlicher Einkauf recht unkompliziert. Entweder fahre ich mit jemanden aus dem Bekanntenkreis zu einem Einkaufszentrum in der Nähe oder ich gehe zur besagten REWE-Filiale an der Möllerbrücke. Letzteres hatte seinen Reiz. Zwischenzeitlich kenne ich die meisten Mitarbeiter, im Laufe der Zeit beobachte ich auch ihr kommen und gehen und mit manchen gibt es sogar ein Schwätzchen. Gelegentlich muss ich ein paar Minuten warten, bis jemand verfügbar ist, aber das kam in vielen Jahren höchstens ein halbes Dutzend Mal vor.

Kunden helfen Kunden

Seit Anfang des Jahres ist das nun gemütlicher geworden. In den letzten Monaten muss ich meistens fünf oder zehn Minuten warten, bis jemand für die Einkaufsbegleitung verfügbar ist. Einmal bin ich sogar mit einem leeren Rucksack aus dem Laden gegangen, als der Marktleiter meinte, es stünde niemand zur Verfügung. Anfang dieser Woche stand ich wieder in der REWE-Filiale und die gleiche Situation drohte erneut.

Ich stand in der Nähe der Kassen und die übliche Prozedur begann. Zuerst wurde die eine Mitarbeiterin und dann die andere aufgerufen, nach vorne zu kommen. Es kam aber niemand. Auf einmal sprach mich jemand an, ob ich denn viel einzukaufen hätte, denn sie könne mitkommen. Es handelte sich um eine Kundin, die mein Warten offenbar schon eine Weile beobachtet hatte, und wir haben gemeinsam die wichtigsten Sachen in den Einkaufskorb gelegt und zur Kasse gebracht.

Es ist nochmal gut gegangen, aber befriedigend ist eine solche Situation nicht.

Zeit für einen Wechsel

Die Ursache für die Änderung ist mir unbekannt. Meine erste Vermutung war, dass der Mindestlohn zugeschlagen hat, denn es ist offensichtlich, dass es seit Anfang des Jahres weniger Mitarbeiter in der REWE-Filiale gibt. Für diese Vermutung habe ich allerdings keine weiteren Anhaltspunkte und andere Erklärungen sind mir bislang nicht in den Sinn gekommen.

Es ist nicht selbstverständlich, in einem Supermarkt eine kostenlose Einkaufshilfe gestellt zu bekommen. Andere REWE-Filialen in Dortmund nehmen dafür 7,50 Euro pro Einkauf. Vor allem in denjenigen Stadtgebieten, in denen der Seniorenanteil groß ist, so scheint es mir, verfahren die Supermärkte so und lassen sich die Einkaufslisten telefonisch durchgeben. Für die Auslieferung gibt es dann noch was oben drauf – alles OK, denn der Markt ist ja da, nur geht es bei mir nicht um den Service. Insofern hatte ich es in den letzten Jahren mit dem Supermarkt vor der Tür und der kostenlosen Assistenzleistung richtig gut.

Wie gehe ich jetzt mit der Situation um, dass ich auch ohne Begleitung einkaufen gehen muss? Es gibt einen Edeka-Laden, ein kleines Stück weiter vom REWE gelegen. Auch nicht weit entfernt hat vor wenigen Wochen ein neuer Bio-Laden aufgemacht. Die beiden Geschäfte werde ich in den nächsten Monaten wohl abwechselnd zum Einkaufen nutzen. Die Filialen von Netto und Lidl in der näheren Umgebung kommen aufgrund der chronisch kritischen Personalsituation wohl nicht in Frage.

Darüber hinaus gibt es – wie oben geschildert – einige weitere Möglichkeiten. Es sind vielleicht auch nur die Gewohnheiten, die ich ändern muss.

1 Gedanke zu “Die Einkaufshilfe – Ein bislang guter Service lässt leider nach

  1. Hi,

    also der Onlineshop von Rewe ist zugänglich, hat sich in den letzten Monaten noch ein bisschen verbessert. Dies ist jedoch für kleine Einkäufe nicht geeignet, da ein Mindesbestellwert erreicht werden muss. Diesen shop habe ich schon mehrmals genutzt und war meistens zufrieden.

    Sollten bestimmte Artikel nicht geliefert werden können, werden Ersatzprodukte geliefert. Diese kann man aber Ablehnen wenn man sie nicht möchte oder sie einem nicht zusagen.

    Den Shop findet ihr unter
    https://shop.rewe.de
    Dort die Postleibzahl eingeben und dann auswählen ob lieferservice oder selbstabholung.
    Die seite ist übrigens mit NVDA besser als mit Jaws 16 bedienbar, getestet mit Firefox.

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